Soziales trifft Landwirtschaft

"Green Care"-Projekte gelten als zukunftsweisend

von Kathrin Weinelt | 12. Februar 2021

Green Care vereint soziale Arbeit und Landwirtschaft miteinander: Klient*innen mit speziellen Bedürfnissen (z.B. alte Menschen, Menschen mit Behinderung, psychisch kranke Menschen, Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsdefiziten, etc.) werden in die tägliche Arbeit am Bauernhof eingebunden. So werden beispielsweise gemeinsam Pflanzen gesät, geerntet und verarbeitet, Tiere gepflegt und gefüttert und vieles mehr.

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Die Beschäftigung mit der Natur und den Tieren schafft Struktur, gibt Sinn und steigert das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Klient*innen.

Die Landwirt*innen werden bei der Arbeit mit den Klient*innen von Sozialeinrichtungen wie Jugend am Werk oder Caritas unterstützt.

 

Green Care Einsatzgebiete

 

Auszeithof
Sogenannte „Auszeithöfe“ bieten die optimale Umgebung für Erholung und Neuorientierung. Hier stehen vor allem Bewegung, gesunde Ernährung und Regeneration, kreatives Schaffen und Reflexion am Tagesprogramm. Die Auszeithöfe richten sich an Menschen, die (noch) nicht krank sind, ermöglichen den Kund*innen eine naturnahe Auszeit am Bauernhof und fördern einen gesunden Lebensstil.

Demenzhof
Menschen mit beginnender Demenz treffen sich regelmäßig in Kleingruppen am Bauernhof, um hier gemeinsam Zeit zu verbringen. Der Bauernhof mit seinen besonderen Ressourcen wie Garten, Tiere, Wald und Natur bietet dabei zahlreiche Möglichkeiten für eine sinnvolle Beschäftigung und Tagesgestaltung und steigert das psychische und soziale Wohlbefinden. Der regelmäßige Kontakt zu Mitmenschen fördert zudem die Lebensqualität der Betroffenen, hilft gegen soziale Isolation und entlastet pflegende Angehörige.

Tiererlebnis am Hof
Begegnungen mit Bauernhoftieren wie Schafe, Ziegen, Hühner oder Alpakas und der Natur sind für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit und können maßgeblich zur emotionalen Ausgeglichenheit beitragen. Daher bieten geschulte Bäuerinnen und Bauern Tiererlebnisangebote für Jung und Alt, bei denen ein sicherer und spielerischer Kontakt zu den Tieren hergestellt wird. Darüber hinaus wird Wissen rund um Tierhaltung, Naturkreisläufe und die Landwirtschaft vermittelt.

 


 

 

 

 

Die Landwirtschaftskammer Burgenland und das LFI Burgenland unterstützen daher das Projekt und bieten aktuell (für Landwirt*innen geförderte) Green Care-Fortbildungen an. (Auch Nicht-Landwirt*innen können selbstverständlich die Lehrgänge besuchen und alle gängigen Individualförderungen, wie etwa den >Qualifikationsförderungszuschuss des Landes Burgenland, in Anspruch nehmen)
Für alle Interessierten haben wir einige informative Links gesammelt:

> Website Green Care Österreich

> Projektbeschreibung Green Care
> LFI Zertifikatslehrgang "Pädagogik am Hof"

Profitieren können von solchen Projekten aber nicht nur die Kund*innen, sondern auch die Landwirt*innen selbst: Für sie ergeben sich dadurch völlig neuartige Formen der Erwerbskombination mit dem Sozialbereich.

 

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